Wenn du Claude eine Caption schreiben lässt, kommt oft etwas raus, das okay ist. Grammatik passt, Struktur passt. Aber es klingt nicht nach dir, sondern nach jeder anderen. Also schreibst du es doch wieder selbst um.
Genau diese Frage kam in meiner Umfrage immer wieder: Wie bekomme ich es hin, dass Claude nach mir klingt und ich nicht ständig nachbessern muss? In diesem Artikel zeige ich dir, wie du den Claude Schreibstil Schritt für Schritt auf dich einstellst. Mit Prompts zum Kopieren und einer fertigen Projektanweisung.
Ganz ehrlich vorab: Du brauchst für das Setup einmal ca. 60 bis 90 Minuten. Und ganz ohne Nachbessern geht es auch danach nicht. Aber du musst nicht mehr umschreiben, sondern nur noch feilen. Das ist ein riesiger Unterschied.
Früher habe ich ca. 30 Minuten dafür gebraucht, KI-Texte umzuschreiben, nachzubessern, etc. Damit sie am Ende wirklich so klingen, wie ich. Heute schreibe ich die Captions nicht mehr um, sondern kann sie direkt nutzen.
Warum KI-Texte so austauschbar klingen
Claude kennt dich noch gar nicht. Wenn du ohne Infos fragst, schreibt Claude den Durchschnitt aus allem, was es je gelesen hat. Und der Durchschnitt klingt nun mal 0815.
Die meisten versuchen das mit einem Satz im Prompt zu lösen: „Schreib locker und nahbar.“ Das Problem: Locker und nahbar bedeuten für jede etwas anderes. Claude rät dann ins Blaue, und du bekommst die lockere Durchschnitts-Version.
Was wirklich hilft:
Echte Beispiele statt Adjektive
Konkrete Regeln statt Gefühle („kurze Sätze, nie ‚Mega‘, immer mit einer Frage enden“)
Ein fester Ort, an dem diese Infos immer mitlaufen
Und hier kommt der Teil, den viele überspringen: Der eigentliche Hebel ist nicht der perfekte Prompt. Der Hebel ist, dass du deinen eigenen Stil vorher benennen kannst. Erst die Strategie, dann die KI. Wenn du tiefer einsteigen willst, wie authentische Texte überhaupt funktionieren, lies auch unbedingt meinen Artikel zum Authentic Copywriting.
Was sich 2026 geändert hat: Die „Stile“ gibt es nicht mehr
Vielleicht hast du schon Anleitungen gelesen, die dir die Stile in Claude erklären: Formal, Concise, Explanatory und den eigenen Stil aus Textbeispielen. Die gibt es so nicht mehr. Anthropic hat die Stile 2026 abgeschafft und bestehende Stile in Skills umgewandelt.
Heute gibt es drei Stellen, an denen du Claude etwas über dich beibringst:
Für einen festen Schreibstil ist das Projekt der beste Ort.
Der wichtige Unterschied: Ein Stil galt früher für jede Nachricht. Einen Skill lädt Claude nur, wenn es selbst entscheidet, dass er passt oder wenn du ihn aktiv anwendest.
Für „klingt immer nach mir“ ist deshalb das Projekt der beste Ort. Alles, was du dort hinterlegst, läuft in jedem Chat des Projekts mit.
Einen Überblick über alle Einstellungen findest du in der offiziellen Claude-Hilfe zur Personalisierung.
Claude Schreibstil anpassen: Schritt für Schritt
Die 5 Schritte im Überblick
1. Sammle 5 bis 10 echte Texte von dir (ca. 15 Minuten)
Claude lernt deinen Stil am besten aus Texten, die du wirklich selbst geschrieben hast. Keine KI-Texte, auch keine „von KI geschrieben und von mir überarbeitet“. Sonst lernt Claude seinen eigenen Stil und noch immer nicht deinen.
Beispiel:
3–4 Captions, die gut liefen und bei denen du denkst: Das bin ich
1–2 Newsletter
1 Transkript einer Sprachnachricht oder eines Reels, in dem du frei sprichst
Kommentare oder DMs, in denen du Leuten antwortest
Pro-Tipp: Gesprochenes ist oft viel mehr du als Geschriebenes. Wenn du eine Sprachnachricht an eine Freundin über dein Business transkribierst, steckt da meistens mehr Persönlichkeit drin als in jeder Caption.
2. Lass Claude deinen Stil-Steckbrief schreiben (ca. 15 Minuten)
Jetzt arbeitet Claude für dich. Öffne einen neuen Chat, kopier den Prompt rein und füg deine Texte darunter ein.
Ich gebe dir gleich Texte, die ich selbst geschrieben habe. Analysiere meinen Schreibstil so genau, dass jemand anderes danach Texte schreiben könnte, die wie ich klingen.
Beschreib:
1. Ton und Haltung (3 Adjektive, zu jedem ein Beleg aus meinen Texten)
2. Satzlänge und Satzbau
3. Wie ich meine Leserinnen anspreche
4. Wörter und Wendungen, die ich oft benutze
5. Wörter und Formulierungen, die bei mir nie vorkommen
6. Wie ich Texte beginne und wie ich sie beende
7. Emojis, Satzzeichen, Formatierung
Schreib das Ergebnis als Stil-Steckbrief mit konkreten Regeln ("Mach ..." / "Vermeide ..."), nicht mit allgemeinen Adjektiven. Zitiere zu jeder Regel ein kurzes Beispiel aus meinen Texten. Wenn dir für eine Regel Material fehlt, frag mich, statt zu raten.
Hier sind meine Texte:
[Texte einfügen]
Warum das wichtig ist: Durch die Belege siehst du sofort, ob Claude dich richtig verstanden hat. Und „Vermeide“-Regeln sind oft wertvoller als „Mach“-Regeln, weil genau die generischen Floskeln rausfliegen.
3. Prüf den Steckbrief und schärf ihn nach (ca. 15 Minuten)
Claude liegt nicht überall richtig. Lies den Steckbrief durch und frag dich bei jeder Regel: Stimmt das wirklich?
Beispiel:
Streichen: „Du nutzt gern Ausrufezeichen“, obwohl das nur in einem einzigen Text so war
Ergänzen: Wörter, die du nie sagen würdest („Mehrwert“, „Gamechanger“, „Mindset-Shift“)
Dazuschreiben: Für wen du schreibst. Eine Caption für Mamas im Aufbau klingt anders als eine für erfahrene Unternehmerinnen.
Das ist der Teil, den dir keine KI abnehmen kann. Je genauer du hier bist, desto weniger musst du später nachbessern.
4. Leg ein Projekt an und füttere es (ca. 10 Minuten)
Jetzt bekommt dein Stil ein festes Zuhause.
Klick links auf Projekte und dann oben rechts auf + Neues Projekt
Gib dem Projekt einen Namen, z. B. „Instagram-Content“
Klick auf Projektanweisungen festlegen und füg dort die Vorlage unten ein, ergänzt um deinen Steckbrief
Lade deine Beispieltexte rechts im Projektwissen über das Plus hoch
Du schreibst Texte für mich: [Name], [was du machst, in einem Satz]. Meine Zielgruppe: [wer, in welcher Situation, was sie sich wünscht]. Schreib immer in meinem Stil. Mein Stil-Steckbrief: [Steckbrief aus Schritt 2 und 3 einfügen] Zusätzliche Regeln: - Orientiere dich an den Beispieltexten im Projektwissen, nicht an typischen Social-Media-Texten. - Lieber kurz und konkret als vollständig. - Wenn dir Infos fehlen (Angebot, Anlass, Zielgruppe), frag nach, bevor du schreibst. - Keine Hashtags und keine Emojis, außer ich bitte dich darum. Bevor du einen Text ablieferst: Prüf ihn gegen meinen Steckbrief und streich alles, was nach Standard-KI klingt.
Warum das wichtig ist: Die letzte Zeile ist dein eingebauter Qualitätscheck. Claude liest den Text noch einmal mit deinen Regeln im Kopf, bevor du ihn siehst.
5. Testen und nachschärfen (ca. 15 Minuten, danach laufend)
Lass dir im Projekt die erste Caption schreiben. Und dann lies sie laut vor. Ernsthaft. Beim lauten Lesen hörst du sofort, wo es nicht nach dir klingt.
Statt den Text dann selbst umzuschreiben, gibst du Claude Feedback und lässt dir daraus eine neue Regel machen.
Das klingt noch nicht nach mir. Konkret: [was stört dich, z. B. "der Einstieg ist zu werblich" oder "so lange Sätze schreibe ich nie"]. 1. Schreib den Text neu. 2. Formulier mir eine Regel in einem Satz, die ich in meine Projektanweisung übernehmen kann, damit das nicht wieder passiert.
Warum das wichtig ist: So wird deine Projektanweisung mit jedem Text ein bisschen besser. Nach 5 bis 10 Runden merkst du, dass du kaum noch korrigierst.
Und außerhalb des Projekts?
Wenn du auch in normalen Chats nicht komplett generisch klingen willst, kopier die 3 wichtigsten Regeln aus deinem Steckbrief in die Anweisungen für Claude in deinen Einstellungen. Die gelten dann in jedem Chat.
Für Fortgeschrittene gibt es noch die Skills. Damit kannst du zum Beispiel einen eigenen „Caption-Check“ bauen. Für den Anfang brauchst du sie aber nicht, das Projekt reicht völlig.
Zwischenfazit
Einmal ca. 60 bis 90 Minuten, verteilt auf 5 Schritte. Danach geht es nicht mehr ums Umschreiben, sondern um Feinschliff. Und dein Setup wird mit jeder Feedback-Runde besser.
CONTENT SHORTCUT
Du willst, dass Claude auch die Posts für dich schreibt?
Mit Content Shortcut wird Claude zu deinem hochqualifizierten Social Media Manager, der genau weiß was in DEINER Nische gerade wirklich funktioniert und dir fertige Hooks, Reel-Skripte und Karussell-Texte in unter 5 Minuten pro Post liefert.
→ Hol dir den Content Shortcut und lass Claude Posts für deine Nische schreiben, die auch wirklich nach dir klingen.
Vorher-Nachher: dieselbe Caption ohne und mit Stil-Setup
Damit du siehst, was das ausmacht, hab ich es ausprobiert. Gleiches Thema, gleicher Prompt: „Schreib eine Instagram-Caption über Meal Prep für Mamas.“ Einmal in einem leeren Chat, einmal in einem Projekt mit Stil-Setup.
Die Person ist ausgedacht: Lena, Ernährungsberaterin für Mamas mit kleinen Kindern. Direkt, ein bisschen selbstironisch, kurze Sätze, keine Emojis-Flut.
Gleicher Prompt, links ohne, rechts mit Stil-Setup (mit Claude erstellt)
Was genau ist anders:
Einstieg: Statt „Meal Prep leicht gemacht!“ eine echte Szene, die man vor sich sieht. Wie du starke Einstiege baust, liest du in meinem Artikel über Hooks.
Wortwahl: Keine Floskeln wie „unzählige Aufgaben meistern“ oder „etwas Gutes tun“, sondern konkrete Details: Mittwoch, 18 Uhr, Nudeln mit Ketchup.
Haltung: Die erste Version gibt Tipps von oben. Die zweite gibt zu, dass es chaotisch ist, und genau das macht sie glaubwürdig.
Mini-Tool: Dein Stil-Steckbrief-Generator
Du willst nicht bei null anfangen? Beantworte ein paar kurze Fragen zu deinem Stil. Am Ende bekommst du eine fertige Projektanweisung, die du direkt in Claude einfügen kannst. Die kannst du dann mit Schritt 2 noch verfeinern.
Deine Antworten bleiben in deinem Browser, es wird nichts gespeichert oder verschickt.
Mini-Tool
Dein Stil-Steckbrief
8 kurze Fragen, ca. 5 Minuten. Am Ende bekommst du eine fertige Projektanweisung für Claude zum Kopieren.
Deine Projektanweisung
Kopier sie und füg sie in Claude unter Projektanweisungen ein.
- Lade 5–10 eigene Texte ins Projektwissen hoch.
- Verfeinere den Steckbrief mit dem Analyse-Prompt aus Schritt 2.
- Nach jedem Text: Feedback geben und die neue Regel ergänzen.
Die 4 häufigsten Fehler, warum Claude trotzdem generisch klingt
Zu wenige oder die falschen Beispiele: Zwei Captions reichen nicht. Und KI-Texte als Beispiel bringen Claude nur seinen eigenen Stil bei.
Nur Adjektive, keine Regeln: „Locker und herzlich“ kann alles heißen. „Kurze Sätze, nie ‚Mega‘, immer mit einer Frage enden“ nicht.
Neuer Chat außerhalb des Projekts: Dann kennt Claude dein Setup nicht. Check oben, ob du wirklich im Projekt bist.
Einmal eingerichtet, nie nachgeschärft: Dein Steckbrief ist kein fertiges Dokument. Er wird mit jeder Feedback-Runde besser.
Fazit: So klingt Claude nach dir
Der Weg zum eigenen Claude Schreibstil ist kein geheimer Prompt. Es sind vier Dinge: echte Beispiele, ein klarer Steckbrief, ein Projekt als festes Zuhause und regelmäßiges Nachschärfen.
Ganz ehrlich: 1:1 du wird Claude nie. Aber du kommst an den Punkt, an dem du nicht mehr umschreibst, sondern nur noch feilst. Und das spart dir bei jedem einzelnen Post Zeit.
CONTENT SHORTCUT
Dein Stil steht, du willst mit Claude auch Posts erstellen, die 100% nach dir klingen?
Mit dem Content Shortcut bekommst du die passenden Inhalte für deine Nische dazu: Hooks, Reel-Skripte und Karussell-Texte, die du in deinem neuen Setup direkt in deinem Ton schreiben lässt.
→ Dann sichere dir den Content Shortcut für Hooks, Reel-Skripte und Karussells in deinem Ton.
FAQ: Häufige Fragen zum Claude Schreibstil
-
Nah dran, ja. Komplett ohne Nachbessern, nein. Mit einem guten Setup verschiebt sich deine Arbeit aber vom Umschreiben zum Feinschliff. Je mehr echte Beispiele und Feedback-Runden, desto näher kommt Claude an dich ran.
-
Meistens, weil du in einem Chat außerhalb des Projekts arbeitest. Claude kennt nur, was im Projekt hinterlegt ist, und zwar nur in den Chats dieses Projekts. Zweiter häufiger Grund: Die Projektanweisung sagt nicht ausdrücklich, dass Claude sich an den Beispielen orientieren soll. Die Vorlage oben löst das.
-
Anthropic hat die Stile 2026 abgeschafft und bestehende Stile in Skills umgewandelt. Ein Skill gilt aber nicht automatisch für jede Nachricht. Für einen festen Schreibstil ist deshalb das Projekt mit Projektanweisung die bessere Lösung.
-
Zum Ausprobieren nicht. Laut Claude-Hilfe gibt es Projekte auch im kostenlosen Plan, dort kannst du bis zu fünf Projekte anlegen. Die erweiterte Wissensbasis für viele große Dateien gibt es nur in den Bezahlplänen. Wenn du regelmäßig Content mit Claude erstellst, kommst du im kostenlosen Plan aber schnell an die Nutzungsgrenzen.
-
Deine eigenen Captions und Newsletter: ja. Was du nicht hochladen solltest, sind Kundendaten, also Namen, E-Mail-Adressen oder private Nachrichten von anderen. Mehr dazu, wie du sicher mit KI arbeitest, liest du in meinem Artikel zum EU AI Act.